08.04.2026 | News

Das geschriebene Wort erlebbar machen

Es war ein abwechslungsreicher, witziger und informativer Workshop, den uns Mike Petschel, 1. Vorsitzender des Vereins LeseLounge zum Thema Vorlesen präsentierte.
Dass mehr zum Vorlesen dazugehört, als Wörter in einer vernünftigen Reihenfolge vorzutragen, wurde anhand vieler Beispiele deutlich. Dazu kamen Basisinformationen: Wie werden Laute gebildet? Welche Organe und Körperteile sind dabei beteiligt? Wie kann der Vorleser, die Vorleserin mit Lautstärke, mit Tonhöhen, mit der Atmung arbeiten, um lebendiger vorzulesen?

„Es geht darum, das geschrieben Wort für Zuhörer:innen erlebbar zu machen“, unterstrich Petschel. Das bedeute auch, aktiv zu sein. Mimik, Gestik und Körperhaltung wirken sich demnach unmittelbar auf das Lesen aus. „Visuelle Eindrücke bestimmen stark das Lesen“, so der Sprecher und Moderator, der auf den unterschiedlichsten Plattformen aktiv ist. So machen nonverbale, also nicht durch wörtliche Sprache vermittelte Informationen bis zu 75 Prozent von Kommunikation aus, während der gesprochene Anteil gerade einmal bei 12 Prozent liege. 15 bis 20 Prozent der Kommunikation werde paraverbal, also zwischen den Zeilen vermittelt.

Und natürlich macht die Stimme beim Vorlesen viel aus. „Stimme überträgt Stimmung, zusammen mit den anderen Vermittlungswerkzeugen werden Emotionen ausgedrückt“, so Petschel. Und ganz wichtig ist, wie es auch das Motto des Vereins LeseLounge aussagt: „Vorlesen kommt vor dem Lesen.“ Durch gutes Vorlesen kann das Interesse von Kindern an Geschichten, an Erzählungen, an Literatur ganz allgemein geweckt werden. „Und deshalb ist es auch eine so wichtige Aufgabe, die ihr als Lesementor:innen wahrnehmt!“

Mike gab auch gleich noch zwei Lesetipps mit auf den Weg:
„Das neue sprechtechnische Übungsbuch“ von Vera Balser-Eberle und Ingrid Amon aus dem G&G-Verlag sowie „Der kleine Hey. Die Kunst des Sprechens“ von Julius Hey aus dem Verlag Schott Music.

Text: Jörg Aberger